Zu Besuch bei einem Kaiser

Duisburg Die am Rande des westlichen Ruhrgebiets gelegene Arbeiterstadt ist eigentlich nicht dafür bekannt, dass Sie einen leibhaftigen Monarchen beheimatet. Dennoch hatte ich am heutigen Tag die seltene Möglichkeit, eingefädelt durch Björn Kraayvanger, Eigentümer von Len-HiFi, eine persönliche Audienz bei jenem welchen Kaiser zu erhalten.

Eine Audienz mit der Kaiser Kawero! Chiara.

Die Chira ist beileibe keiner dieser alltäglichen Lautsprecher die Mann bzw. Frau in jedem x-beliebigen HiFi Geschäft zu sehen, geschweige denn zu hören bekommt. Und so war es für mich ein Tag wo es dann doch passieren konnte.

Leider wurde die Audienz durch den kurzfristigen Verkauf des „Vorverstärkers“ empfindlich gestört. Aber zum Glück konnte man diesen Ausfall durch einen zur Hand befindliches Austauschgerät temporär ersetzen. Fairerweise sollte hier erwähnt werden, dass der „Austausch-Verstärker“, ein Moonriver Audio 404, in keinster Weise die normalerweise betriebene Vor-/Endstufe ersetzen konnte. Aus diesem Grund werde ich heute auch auf eine klangliche Beschreibung des Setups verzichten und diese hoffentlich nach einem zweiten Termin, sorry Audienz, nachreichen.

Ein paar technische Informationen zum Lautsprecher

  • Hergestellt in Deutschland
  • Das Gehäuse besteht aus einem Kunstharz-Pressholz (Biegesteifigkeit von Stahl)
  • Das Gehäuse hat keine parallele Flächen
  • Nach hinten abstrahlendes Passivmembran von Scan-Speak
  • Mundorf AMT Hochtöner (Sonderanfertigung)
  • Duelund CAST Cu Kondensatoren und Drosseln

Ein erster Eindruck

Aber selbst die heutige Kette, die man ruhig ungewöhnlich nennen kann, konnte bei Zimmerlautstärke, als angenehm und unaufdringlich beschrieben werden. Wobei das Setup auch in dieser Konstellation leichte Fehler auf der Schallplattenpressung sofort entlarvte ohne dass man großartig suchen bzw. zuhören musste.

Warum ich die fehlerhafte Pressung erwähne? Nun, ich hatte eine Pressung dabei, die auf meiner Anlage leicht verzerrt klang. Da ich wusste, dass ich heute eine hochwertige Anlage mit einem sehr guten Dreher vorfinden würde, erhoffte ich mir, dass sich mein Verdacht unison bestätigte. Und siehe da, ohne das mein Gastgeber etwas von meinem Vorhaben erahnte, fiel ihm mit dem ersten Takt die leichte Verzerrung während des Gesprächs mit mir sofort auf. Das war während eines ablenkenden Gespräches nicht zwingend zu erwarten gewesen.

Dieses etwas unübliche Demonstrationsbeispiel zeigte mir aber jetzt schon welche Detailgenauigkeit in dieser Kette wie auch in diesem Lautsprecher steckt.

In den nächsten Stunden lauschten wir dann noch ein paar mitgebrachten Vinyls wie auch einigen Platten des Gastgebers. Die 45er Columbia Pressung des Friday Night in San Francisco Albums, mit Al Di Meola, John McLaughlin und Paco de Luca ließ dann mit diesem Setup einen Hauch von Live-Atmosphäre im Wohnraum entstehen.

Alter Falter. Da freut man sich jetzt schon auf die Zweite Audienz beim Kaiser.

Ich möchte mich hiermit nochmals herzlich bei meinem heutigen Gastgeber für ein paar schöne Stunden und Gespräche danken und hoffe dass eine baldige Wiederholung ermöglicht werden kann.

Die Kaiser Acoustics Kawero! Chiara

Der Moonriver Audio 404

Der J-Sikora Initial Max

Das J-Sikora Laufwerk von Oben

Das heutige Setup

Weitere Informationen

Klang-Form | Live mit Christina Lux

Heute hatte das Hi-Fi Studio Klang-Form in Tönisvorst einen ausgesuchten Kundenkreis zu einem ihrer Spezial Events geladen. Diesmal wurde vom Team des Hauses erfolgreich ein Live Club Konzert mit Christina Lux auf die Beine gestellt. In dem mit mehreren Stuhlreihen präparierten Hörraum nahmen über 30 Personen (dadrunter 10 Frauen) Platz um dem zum Lauschen was da heute feilgeboten wurde.

Die heutige Show-Bühne mit komplettem Setup

Ein paar Worte zur Künstlerin (Inhalte teilweise von Wikipedia)

„Christina Lux ist seit 1983 als Musikerin aktiv. So war Sie Background-Sängerin mit Jule Neigel, Purple Schulz, David Torn, Edo Zanki, Laith al Deen und einigen mehr. Zudem arbeitete Sie als Studiomusikerin auf Jon Lords Soloalbum pictured within. Bei einer Tournee mit Fury in the Slaughterhouse gelang Ihr dann der Durchbruch.
1999 erhielt sie einen Plattenvertrag. Ihre Debüt-CD Little Luxuries und Solokonzerte folgten. Neben Auftritten mit dem Lux Trio trat sie u.a. im Vorprogramm von Paul Young, Long John Baldry, Tuck & Patti und Status Quo auf. 2005 trat Sie auf dem Montreux Jazz Festival auf. Bei ihren Auftritten, oft solo oder in kleiner Besetzung, spielt sie einen Mix aus Funk-Folk, Soul und Pop. Ihre Texte schrieb sie auf den bisher erschienenen acht Alben vorwiegend in englischer Sprache. Das neunte und aktuelle Album Leise Bilder ist komplett deutschsprachig. Nach zwei Nominierungen für die Alben Playground und Embrace wurde nun Ihr neues und neuntes Album „Leise Bilder“ 3/2018 mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik als eine der künstlerisch herausragenden Neuveröffentlichungen ausgezeichnet. „

Christina Lux spielte während der 120 minütigen Session viele Stücke aus Ihrem aktuellen Album „Leise Bilder“ und noch ein kleine Auswahl aus Ihrer vorherigen Schaffensperiode. Und das machte Sie richtig gut. Politische Texte wie auch engagierte Songtexte mit Hintergrund und Tiefgang trafen klassische Singer- Songwriter Mentalität. Zudem wechselte Sie im Lied öfters die Gesangssprache. Deutsch, Englisch wie auch “ luxianisch“ gaben sich die Klinke in die Hand.

Auch Ihre Spielweise auf der Gitarre war absolut auf der Höhe der Zeit und variierte in Klang, Stimmung und Timing. Was den musikalischen Teil anbetrifft, so kann man die Jury des Kritikerpreises nachvollziehen. Die Frau spielt einen interessanten Stil und verfeinert diese mit eingestreuten überraschenden Stielelementen. Wobei Christina Lux sowohl den dramaturgischen, den politischen wie auch den humoresken Musikstil bedienen konnte ohne das Sie dabei auf den Zuhörer unglaubwürdig wirkte.

Die Bühne mit den 3 Gitarren

Ihre Musikperformance wurde von Text-Intros eingeleitet und übergab so dem interessiert verfolgenden Publikum notwendige Background Informationen für das folgende Lied mit auf die Reise. Dadurch wurden die Lieder in Ihrer klaren Sprache noch verständlicher. Wir erlebten eine Frau an der Gitarre die das Leben fein beobachtet und eine klare, wenn notwendig, auch unbequeme Meinung in Ihren Songs verarbeitet und auch im realen Leben einsteht. Tolle Musikerin und Frau.

Nach 120 Minuten Musikgenuss, zwischen durch gab es eine 25 minütige Pause, wurde die Künstlerin mit einem langanhaltenden und wohl verdienten Applaus bedacht. Und wie es nicht anders zu erwarten war, mussten noch zwei Zugaben nachgereicht werden um das begeisterte Publikum zum anschließenden Weihnachtsmarkt zu entlassen. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die CDs wie auch die Vinyls reißenden Absatz fanden.

Christina Lux spielte heute auf 3 verschiedenen Gitarren. Alle Gitarren wie auch das Mikrophone waren an ein Mischpult angeschossen das wiederum seine Signale an eine Audio Flight Strumento No 4 (20.000 EUR/Stück) übergab. Dieses 90kg Monster von einer Endstufe befeuerte mit ihrer Gewalt zwei angeschlossene Zingali Home Monitor 2.15 (32.000 EUR/Paar). Dieses gelungene Setup konnte die Qualität der Musik grandios wiedergeben und es machte nicht nur der Künstlerin sondern auch dem Auditorium die reinste Freude. Diese Konzertform war auch für Frau Lux heute eine Premiere.

Es war ein gelungenes Event durch und durch. Vielen Dank an das ganze Klang-Form Team und an Jörg Wiechen für seine Idee und seine Moderation. Gut gemacht.

Link zur Audio Flight Strumento No 4
Link zu Zingali:

Grobi.TV Hausmesse 2019

Anfang Dezember 2019 feiert einer der größten Heimkino-Spezialisten in Deutschland sein 20. Geschäftsjubiläum. Dieses Jubiläum nimmt Patrick Schappert, Eigentümer von Grobi.TV und seinem Team, zum Anlass, mit seinen Kunden wie auch den Freunden des Heimkinos auf einer eigenen Hausmesse gebührend zu feiern.

Einladung zur Hausmesse von Grobi in Kaarst

So wie ich gehört habe, dunkle Video-Tube Kanäle haben davon berichtet, wird es wieder zwei Zelte für Vorträge und das leckere Catering geben. Das zwischenzeitlich umgebaute Grobi-Kino soll dann auch in neuer akustischer Schönheit erbebar, sorry erlebbar, werden. Neben den schon im letzten Jahr gut angekommenen Fachvorträgen wird es ebenso reichlich Knowhow Power vor Ort geben um all Fragen rund um das Thema Heimkino zu beantworten.

Ich werde auf jedenfall versuchen da zu sein. Und wenn Ich mir das Bild auf der obigen Einladung so anschaue, dann war ich wohl schon da. Grobi scheint ab und an seiner Zeit etwas voraus. 😉

Weitere Informationen: https://www.grobi.tv/

Bericht | Analog Forum Krefeld 2019

Heute ging es für mich mal wieder zu einem Gastspiel nach Krefeld. Nein, heute war es kein Handballspiel in irgendeiner Schulsporthalle. Nein heute ging es zur jährlich stattfindenden HiFi Messe ‚Analog Forum‘ in einem gediegenen Hotel im Stadtteil Traar.

Wie der Name der Messe es bereits vermuten lässt, legt man einen gewissen Schwerpunkt auf die immer noch sehr stark vertretene Fraktion der Analog Technik. Wie da wäre: Röhren-, Vinyl- wie auch Tonbandtechnik. Das bedeutete aber im Umkehrschluss nicht, das CD- oder Digitalmedien der Zutritt verwehrt blieb. Auch die Vertreter der Digital Technik befanden sich auf dem Analog-Forum.

Die Messe selbst war in 4 Komplexe aufgeteilt.

Ein Workshop-Bereich im Untergeschoß und der 3 separierte Ausstellungsflächen im Erdgeschoßbereich. Während im Workshop-Bereich zahlreiche Workshops im Stundenturnus angeboten wurden, waren im Erdgeschoß alle Aussteller und die Schallplattenbörsen organisiert. Die Schallplattenbörsen waren räumlich mehr oder weniger zusammengefasst und in zwei räumlich getrennten Hotelbereichen befanden sich die zahlreich vertretenen Hersteller und Vertriebe.

Lageplane der Aussteller auf der AudioForum 2019

Ich selbst habe nicht alle Zimmer besucht bzw. angehört. Warum? Das hatte einen einfachen Grund. Einige Setups waren mir bereits von anderen Hör-Sessions oder inländischen bzw. ausländischen HiFi Messen bekannt. Ich denke das wird nicht schmerzen, denn hierzu wird es sicherlich von anderen Besuchern auch Bildmaterial geben. Da bin ich mir sicher.

Da ich bereits um 9:30 Uhr vor Ort war konnte ich den ganzen Tag das Treiben auf der Messe begutachten. Man muss feststellen, dass über den ganzen Tag verteilt die Messe gut bis sehr gut besucht war. Das Cafe des Hotels patzte teilweise auch allen Nähten. 6 Personen an einem 4er Tisch war mehr die Regel als die Ausnahme. Aber 16:00 Uhr ebbte der Neuzugang zwar spürbar ab, aber die Räume waren weiterhin gut besucht.

Das Interesse an der Analogtechnik scheint immer noch ein richtig angesagtes Thema zu sein. Die Weltpresse würde wieder von Dinosauriern und Endzeit-Mythen schreiben. Sei es drum. Ich sah zumindest einige Personen, ich würde sogar sagen „einige viele“, die noch nicht mal die 30 Lebensjahre angekratzt haben. Möglicherweise gibt es doch einen Verjüngungsprozess in der Branche. Aber vielleicht habe ich nur was sehen wollen, was nicht der objektiven Wahrnehmung entspricht. Wir werden sehen.

Was gibt es zu berichten?

Der Audio Note Raum war für mich ein Highlight der Messe. Eigentlich war an dem ausgestellten Audio Note Setup erstmal nichts was man auch andernorts bereits sehen oder hören konnte. Bei Audio Note von Standardware oder alltäglichem Equipment zu reden wäre aber nun auch völlig falsch. Was an dem Zimmer so besonders war, war die stündlich wiederholende Klangdemonstration. Audio Note hatte sich für Ihre Demonstration den kanadischen Cellisten Vincent Bélanger engagiert , der nicht nur sein musikalisches Können demonstrierte, sondern auch das Zusammenspiel zwischen Ihm, seinem Instrument und des Setup kredenzte.

Verstärker / CD-Laufwerk / DAC und Lautsprecher von Audio Note

Während der Einzeldemonstration, also das Solospiel ohne Anlage, konnte man als Zuhörer sich erstmal mit der klassischen Cello-Musik etwas vertraut machen. Danach wurde es sehr interessant. Nach der Einführung von ein paar Griff- und Spieltechniken am Cello demonstrierte der Cellist ein Zusammenspiel der besonderen Art. Die Anlage übernahm dabei eine Art „Zweites Cello“. Wobei die Anlage eine andere Partitur spielte als der Cellist. Die reproduzierte Musik aus der Audio Note Kette wie die live Darbietung des Cellisten verschmolzen im wahrsten Sinne des Wortes. Die Live Musik passte wunderbar zwischen die Noten der Anlage. Bei geschlossenen Augen wahr es schwer zu unterscheiden wo das Cello des Cellisten im Gesamtergebnis verblieb und wo die Anlage. Die Klangfarben des Setups wie auch dem Instrument des Cellisten, wie auch das Timing und Lautstärke waren sehr gut aufeinander abgestimmt. Eine ganzheitliche Erfahrung die wahrlich unter die Haut ging. Ein toller Nachweis wie authentisch und musikalisch eine Stereokette ein solches Klangerlebnis reproduzieren kann. Grandios. Es gab verdienter Maßen auch reichlich Applaus von den Zuhörern für die Demonstration. Leider war das alles viel zu kurz.

Ein weiteres erwähnenswertes Highlight …

… war für mich die Vorstellung der SilberStatic. Hierbei handelt es sich um einen Vollbereichsflächenstrahler. Eine prozentual gesehen eher weniger oft anzutreffende Lautsprechergattung. Dennoch immer wieder interessant, da die „fast“ massefreie Musikdarstellung, die eingespannte Folie liegt im Gramm Bereich, ein extrem differenziertes und punktgenaues Hören zulassen kann. Was in dem eher ungünstigen Raum für die Lautsprecher auffiel, war das Klangbild auf den jeweils möglichen Sitzpositionen.

Saß man nur in der ersten Reihe so ergab sich ein eher grundtonarmes Klangbild. Bass-Darstellung? Eher weniger vorhanden. Wanderte man drei Reihen nach hinten, so ändert sich das Klangbild signifikant. Der zuvor bemängelte Grundtonbereich kam zurück. Auch der Bassbereich war nun deutlich präsenter.

Rein akademisch gesehen befand man sich nun außerhalb des Stereodreiecks.

Was war denn nun daran das Highlight? Eine berechtigte Frage. Dieser Raum in Verbindung bewies auf klassische Art und Weise, dass man als Zuhörer bei einer HiFi Messe die jeweils gehörten Komponenten auf keinsten Fall bewerten darf! Zuviele Störfaktoren wirken auf einen realen Höreindruck. Die räumlichen Gegebenheiten unter denen sich die Produkte darstellen müssen, verhindern – auch an diesem Wochenende – eine repräsentative Klangbewertung.

Die SilberStatic selbst, verdient es, nochmals in einer separaten Hörsession in einem anderen Umfeld gehört zu werden. Der gewonnene positive Eindruck der Vorführung spricht klar für ein erneutes Treffen! Ein entsprechender Termin wird schon gesucht.

Fazit

Der Besuch in Krefeld hat sich auch dieses Jahr wieder einmal gelohnt. Und im kommenden Jahr werde ich mir dann auch mal „endlich“ die Workshops anschauen.

Hier noch ein Bildimpression von anderen Setups oder Komponenten.