Eine Handball Vita

Der Handballsport war und ist immer noch ein besonderer Teil meines Lebens. Seit 1979 bin ich aktiv am Ball. Als 13 Jähriger fand ich Zugang zu diesem sehr abwechslungsreichen und technisch anspruchsvollen Sport.

In meinem damaligen Internat gab es einen engagierten und imposanten Sportlehrer. Mein, was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, zukünftiger sportlicher Ziehvater: Traian Dumitru. Ein Mann von einem Baum. Gefühlte 2 Meter. Haare wo man hinschaute. Und ein Bär von einem Mann. Und was er gut konnte: Er konnte mit Kindern. Auch mit pubertierenden Kindern. Er wurde, was ich vor allem erst als Erwachsener wirklich registrierte, mein Vorbild. Später, sehr viel später, erfuhr ich dann wen ich mir als Vorbild ausgewählt hatte. Denn wenn Traian eins nicht war, er war kein Vielredner vor dem Herrn. Eigentlich redete er nie von sich selbst. Er war rumänischer Jugend-Weltmeister. Kam nach Deutschland und spielte beim VfL Gummersbach. Das war so um die Zeit kurz nach oder noch während der Hochphase mit Hansi Schmidt. Es halten sich in kleinen Kreisen immer noch Gerüchte das Traian als Nachfolger von Hansi Schmidt herhalten sollte. Später spielte Traian noch in weiteren Vereinen bis er dann in Fulda bei Borussia Fulda landete und seinem eigentlichen Beruf als Sportlehrer in meiner Schule annahm. Da kreuzten sich dann unsere Bahnen. Und in den folgenden 8 Jahren sollten wir uns immer wieder über den Weg laufen.

Begonnen habe ich in der C-Jugend als Torwart. Noch als Jugendlicher ging es dann raus auf das Spielfeld. Nachdem ich bei Jugend trainiert für Olympia den etablierten Schüler-Mannschaften aus Fulda das Leben ziemlich schwer gestaltet habe wurde ich genau dahin abgeworben. Meine ersten Kontakte zum überregionalen Handball. Zu diesem Zeitpunkt war Traian Handball-Nationaltrainer in Syrien. Nach Schulende ging es für ein Jahr nach Nordrhein-Westfalen. Im Nachhinein ganz interessant, hier traf ich das erstmal Johannes Gotzes. Ihn werde ich 22 Jahre später in Osterath wieder treffen. Nach diesem einen Jahr ging es zurück zum Studieren in den osthessischen Raum. Dort traf ich glatt wieder auf Traian der nach dem Vertragsende aus Syrien zurückgekommen war. Und für mich begann die härteste Handballzeit. Ich fuhr mit Traian, er war zu diesem Zeitpunkt Trainer bei der TSG Jahn Gensungen, mehrmals die Woche zum Training mach Gensungen. Die Mannschaft war gerade aus der zweiten Liga in die Regionalliga abgestiegen. 4-mal die Woche in das 130 km entfernte Gensungen zum Training hat schwer Respekt verdient. Der zeitliche Aufwand war immens. 17:00 Uhr los und um 1:30 Uhr nachts zurück. In der heutigen Nachbetrachtung der totale Wahnsinn. Ich hatte bereits alles bei Gensungen unterschrieben dann kam es plötzlich zur Trennung zwischen dem Verein und Traian. Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste. Traian hatte die Chef-Trainerposition beim TV Hüttenberg übernommen. Damals Zweite Bundesliga. Nun gut, jetzt hieß es für mich nicht mehr Training in der Regionalliga sondern in der Zweiten Bundesliga. Ich sage nur 5 km auf dem Sportplatz nach dem Training „Auslaufen“. Was eine Erfahrung! Aber ich muss ehrlich zu mir sein, dem Niveau habe ich nur körperlich Stand gehalten, sportlich war ich definitiv überfordert. Wie gesagt, ich habe nur mittrainiert.

Seit diesen extrem intensiven Erfahrungen konnte ich als Handballer vor allem eines sehr gut: Ich stand im Abwehrverband zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort für den Gegner im Weg! Eine Eigenschaft die bis zum Ende meiner aktiven Laufbahn nicht mehr von mir weichen sollte. Im Angriff spielte ich in meiner aktiven Zeit alle Positionen. In der Regionalliga als Kreisläufer, ansonsten zumeist als Halber. In der Oberliga, an diese Zeit habe ich sehr unangenehme Erinnerungen, habe ich tatsächlich Rechtsaußen gespielt. Mann wie habe ich das gehasst. Je älter ich wurde desto mehr reduzierte sich mein Handlungsspielraum auf die zentrale Deckungsarbeit. Die Rolle als Abwehrchef im Mittel- oder Innenblock war quasi meine Berufung geworden. Zum Schluss ging es dann doch wieder zurück ins Tor. Zu viele Verletzungen haben keinen anderen Schluss mehr zugelassen.

Im fortgeschrittenen Alter habe ich dann schließlich die Seiten gewechselt: Nun habe ich die Rolle des Trainers. Zurzeit trainiere ich eine männliche A-Jugend.

Hier eine Auflistung der Vereine denen ich einmal angehörte habe oder noch angehöre:

  • SSV Fulda 77 e.V.
  • SV Borussia Fulda
  • TuS Reuschenberg 1945
  • TSV Jahn Gensungen
  • TSG Schlitz
  • TV Dipperz
  • SG Petersberg
  • SG Dietzenbach
  • SSV Gartenstadt
  • Osterather TV 1983 e.V.